In den letzten Jahren merkte ich (wie viele andere Menschen auch), dass die eigene Integrität durch die gesellschaftlichen Entwicklungen immer wieder herausgefordert wird. Sie ist nicht einfach so gegeben, sondern muss immer wieder neu aktiv genährt und ausgedrückt werden.
Das Wort „integer“ verweist auf zwei Aspekte, die ich beide sehr spannend finde: auf das Unberührt- oder Unbedecktsein sowie auf das Vollständigsein.
Der erste Punkt fordert den Menschen auf, sich in seinem Wesen zu zeigen und vielleicht sogar das abzulegen, was unpassend ist.
Die andere Bedeutung ermuntert den Menschen, ganz zu werden und Bereiche, die man noch nicht oder nicht mehr zu eigen hat, zu prüfen und gegebenenfalls neu zu erringen.
Ich sehe dies sowohl als ganz persönliche Entwicklungsherausforderung, aber auch als Aufgabe von Gemeinschaften bis hin zu ganzen Nationen.
Sich selber und den Anderen wahrzunehmen, vom Anderen zu lernen und für sich und den Anderen ein Ideal zu denken und anzustreben – das kommt meinem Wunsch nach mehr Integrität sehr nahe.
Derzeit wird uns der Kontakt zu östlichen Kulturen durch administrative Einschränkungen, durch Vorurteile und Abwertungen nicht leicht gemacht. Wir spüren dies an einem gewissen Unbehagen, es fehlt etwas, ein wichtiger Teil von uns ist zu wenig integriert. Dieses Blog möchte einen Raum dafür schaffen, dass der interessierte Blick hin zum Gegenüber gestärkt wird.