Tage in Ungarn

Wohin führt der Weg? (Auenlandschaft bei Györ, Ungarn)

Heute, am 12.04.26 wird in Ungarn ein neues Parlament gewählt. Die Atmosphäre ist polarisiert, beiden Seiten wird unterstellt, von ausländischen Mächten beeinflusst zu sein. Orban wird Nähe zu Russland vorgeworfen, Peter Magyar unkritische EU-Treue.

Ich war die letzte Woche in Ungarn unterwegs. Man sieht ruhige, schöne Städte, die Landschaft wirkt im Frühlingsblühen überaus lieblich. Wahlplakate sind sichtbar, aber recht dezent auf Laternenmasten etc. beschränkt, ich fühlte mich weniger bedrängt als in deutschen Wahlkämpfen. Man sieht in etwa gleich viele Plakate von Fidesz (Orban) und Tisza (Magyar).

Menschen erzählen, dass Orban zwar für seine Traditionsbewahrung geschätzt wird, dass aber doch das Lohnniveau und vor allem die Renten deutlich zu niedrig seien.

Orban, Ministerpräsident von Ungarn seit 2010, spricht von seinem Land als „Insel der Sicherheit und Ruhe“, als „Insel der freien Rede“ sowie als „Insel des Friedens“. Und in der Tat hat er in letzter Zeit mutig einen Gegenstandpunkt zu vielen umstrittenen Themen bezogen. Er zeigte sich als Gegner der Massenmigration, als Bewahrer von traditionellen familiären Strukturen sowie als Gegner der militärischen Eskalation in der Ukraine. Er bemühte sich, Beziehungen zu vielen Seiten zu pflegen und zu vermitteln.

Die Umfrageergebnisse sind sehr unterschiedlich. Der Wahlausgang wird spannend.

Durch die Polarisierung, die auch aus dem Ausland unterstützt wurde, ist fraglich, ob der Wahlausgang akzeptiert werden wird. Die Bevölkerung ist misstrauisch und auch die EU hat bereits in Rumänien gezeigt, dass sie in demokratische Wahlen eingreifen kann.

Vielleicht gelingt es Ungarn, aufbauend auf den bisher gepflegten Werten, in Zukunft die Spaltungen im Wirtschaftsleben zu überwinden und Beziehungen sowohl zu EU-Staaten, als auch zu unabhängigen Staaten und sogar zu BRICS-Staaten zu pflegen?

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