Über die Jugend

Während seiner Zeit in New York gelang es Roerich, seine Idee der Wertschätzung und des Schutzes der Kulturgüter der Menschheit so auszuarbeiten dass der Roerichpakt später auch wirklich als völkerrechtlicher Vertrag von 21 Ländern unterzeichnet wurde.

Dieses Zeichen des Roerichpaktes symbolisiert die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, vereint in einem Kreis, der auf die Ewigkeit verweist.

Die Ideen, die Gedanken und Ideale der vorausgegangenen Menschen sollen nachempfunden und weitergestaltet werden.

Das Zeichen mit den drei Kreisen ist auch in manchen seiner Bilder wieder zu finden:

Der weiße Stein, 1933

Pax Cultura, 1931

Swetoslaw Roerich, einer der Söhne meinte: „Mein Vater glaubte nie, daß irgendein Pakt oder irgendeine Art von Papier wirklich die Menschheit in ihre Grenzen verweisen und ihre Kulturschätze schützen könne. Es ist Sache der Erziehung, die Menschen langsam dazu zu bringen, den Wert der Kunstwerke dieser Welt zu erkennen, je größer die Errungenschaft, um so höher die Ziele der Menschheit.“

(zitiert nach Kenneth Archer: Nicholas Roerich, 1999, S. 129)

Zum Abschluss dieses Beitrags noch ein paar sehr inspirierende Gedanken von N. Roerich zur Jugend und zur Erziehung:

„Viele greifen die Jugend an. „Sie ist in den Sport vertieft.“ (…) „Sie verlässt ihre Familie.“ „Sie bevorzugt Jazz.“ „Sie meidet Vorlesungen.“ „Sie mag keine Bücher und will nicht lesen.“ Es gibt wenig, was man über junge Menschen nicht sagt. In jedem Fall gab es wohl gewisse Gründe, einen der oben genannten schwerwiegenden Vorwürfe zu äußern. Selbst in der Tagespresse findet man immer wieder Fakten, die das Gesagte zu bestätigen scheinen. Nehmen wir an, dass all dies wahr ist. Aber wenn wir uns die Gründe für das Geschehen ansehen, dann muss die ältere Generation zur Rechenschaft gezogen werden, bevor wir junge Menschen beschuldigen.

Gibt es viel Herzlichkeit in der Familie? Ist das häusliche Umfeld attraktiv? Besteht die Möglichkeit, inmitten des modernen Lebens ernsthafte Bestrebungen zu hegen? Gibt es etwas Führendes und Reizvolles an einer häuslichen Umgebung? Neigt sich selbst die ältere Generation humanitären Themen zu? Wer hat den Weg zum Materialismus gewiesen? Wer hat das Haus verraucht? Haben die Jugendlichen den Haushalt mit alkoholischen Getränken gefüllt? Will die Familie mit den Jugendlichen reden? Sehnt sich die Familie nach der Zukunft?…“

(Ausschnitt aus: Jugend (1933)in: Pax per Cultura. Aus dem literarischen Nachlass von Nikolaj Roerich, herausgegeben von der Deutschen Roerich-Gesellschaft 2025)

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