Über Nikolaj Roerich

Wenn man versucht, Brücken, die zwischen den westlichen und östlichen Kulturen bereits gebaut, geplant oder auch erst „angedacht“ wurden, aufzuzeigen und daran weiterzubauen, kann es sein, dass man auf Nikolaj Roerich (1874 – 1947)trifft.

Dieses empfehlenswerte Buch kann man über die Deutsche Roerich-Gesellschaft e.V. erwerben.

Nikolaj Roerich ist hierzulande nur wenigen Menschen bekannt. Er wuchs in St. Petersburg auf, studierte gleichzeitig Kunst und Rechtswissenschaften. Sein 1897 gemaltes Werk „Der Bote“ wurde für die berühmte Tretjakow Galerie in Moskau erworben. Ein großer Erfolg für einen jungen Mann.

Roerich befasste sich seit Jugend mit Ausgrabungen und wurde ein geschätzter Archäologe. Er war in der Lage, die Funde nicht nur wissenschaftlich zu verarbeiten sondern sie auch künstlerisch darzustellen und die inneren Zusammenhänge der Entstehung und Verwendung zu erkennen und auszudrücken. Dies ist nicht als spekulative Hypothesenbildung zu sehen, sondern als seelische Fähigkeit, die geheimnisvoll dem Menschen innewohnt und entwickelt werden kann.

Dadurch wurde die russische Geschichte und Kultur vielen Menschen erst zugänglich und seelisch erfahrbar. Er setzte seine Kulturstudien in Skandinavien fort und kehrte nach der Russischen Revolution nicht nach Russland zurück, sondern ging mit seiner Familie in die USA. Dort arbeitete er weiter künstlerisch und lernte viele Menschen kennen. Seine Wertschätzung von Kulturgütern als ideellen Ausdruck der Menschheit und sein juristischer Hintergrund führte zu einem völkerrechtlichen Abkommen, dem sogenannten „Roerich-Pakt“ (oder Washingtoner Abkommen) zum Schutz von Kulturgütern im Kriegsfall, der bis 1937 von 21 Ländern unterzeichnet wurde. Man kann den Roerich-Pakt als Vorläufer der 1954 beschlossenen Haager Konvention betrachten.

Es zeigt sich, dass dieser Künstler im Ausland keineswegs ein Nischendasein führte, sondern sich aktiv gestaltend mit den Anforderungen der Zeit auseinandersetzte und Unterstützer und Mitstreiter fand.

Durch seine Arbeit in den USA wurde es ihm möglich, eine ausgedehnte Expedition in die Himalayaregion zu finanzieren. Seine Leitfrage war, was der gemeinsame Quell der Menschen sei. Er erforschte die Natur, die Kulturzeugnisse, die Weisheitslehren dieser Region und blieb den Rest seines Lebens in Asien. In Indien starb er 1947.

Ich bin zum einen beeindruckt von der Lebensleistung dieses Mannes, darüber hinaus sehe ich in seinem Lebensgang Anknüpfungspunkte, die uns in den heutigen desolaten und polarisierten Verhältnissen Wege zu einer tragfähigen Zukunftsgestaltung weisen. Es ist doch faszinierend,dass dieser Mann aus Europa kommend zuerst nach Amerika geht, sich in dieser materialistischen Kultur einen Platz schafft, und dann von dort aus die Suche nach den spirituellen Quellen im Osten zum Lebensinhalt macht.

Ich möchte in den nächsten Tagen mehr über Nikolai Roerich hier schreiben. Seit diesem Beitrag habe ich eine Kommentarfunktion freigeschaltet und freue mich auf Ergänzungen und Korrekturen.

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